Geschlechtsbefreite Personenbezeichnungen (Sexualisierte Grammatik II)

Mein Vater war Bildhauer und Mitglied der GSMBA, der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten. Ruth, die Bildhauerin, die bei meinem Vater die Lehrabschlussprüfung absolviert hatte – sie wurde mir später eine wichtige Freundin –, war lange kein Mitglied. Der Verband war Frauen verschlossen. Als er sich ihnen 1972 endlich öffnete, änderte er seinen Namen […]

Die Crux mit dem roten Faden

Wenn der rote Faden im Text fehlt: Wieso kann ich im Text nicht einfach zeigen, wo sich das fassen lässt?  Diese Frage beschäftigte mich schon lange, bevor ich Schreibcoaching zu meinem Beruf machte. Später trieb sie mich dazu an, die linguistische Literatur zu durchforsten. Es gibt ganz verschiedene Untergebiete der Sprachwissenschaft, die sich auf die […]

Sexualisierte Grammatik I

In meinem Bestreben, die Sprache gründlich zu verstehen, packen mich selbstverständlich auch Fragen wie zum Beispiel die, warum die Gabel weiblich und der Löffel männlich ist. Deshalb habe ich mich letzthin durch ein Buch gekämpft, das sich gemäss Untertitel dieses Problems annimmt: Denksport Deutsch. Was hat bloss die Gabel zur Frau und den Löffel zum […]

Formen von Formfallen

Reime bringen manches unerwartet auf den Punkt, manchmal zudem unerhört witzig. Ich erinnere mich, wie ich das als Kind im Nebelspalter genüsslich entdeckte. Das Frühlingsgedicht von Bö lernte ich begeistert auswendig und weiss es jetzt noch: Die ersten gelben Blümlein schaun Verstohlen aus der Wiese Der Landwirt naht mit Dunkelbraun Und giesst es aus auf […]

Geschlechtergerecht schreiben – unser Modus

Sprache schafft Wirklichkeit. Ob und wie etwas wahrgenommen wird, ist davon abhängig, ob und wie es sprachlich vorkommt. In Bezug auf Gender ist das nicht anders. Wenn in einem Text steht: Ich als Arzt, stellen sich unter Ich wohl die meisten eine männliche Person vor – auch jetzt noch, wo es seit längerem mehr Frauen […]